Im Homeoffice: Eine junge Frau arbeitet am Computer. Auf dem Arm hält sie ein Baby.

Frauen im Beruf

Auf den ersten Blick haben Frauen und Männer die gleichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt: Knapp die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland sind Frauen. Weil sie nach wie vor den Großteil der Familien- und Sorgearbeit leisten, arbeiten sie viel häufiger in Teilzeit. Dadurch können sie die Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt oft nicht ausschöpfen. Frauen im Beruf: Hier finden Sie Infos und Unterstützungsangebote!

Frauen sind stärker als ihre Jobs

Frauen arbeiten während und nach einer Familienzeit häufig

  • in Teilzeit oder auch
  • in geringfügig entlohnten Beschäftigungsverhältnissen

und werden oftmals nicht entsprechend ihrer fachlichen Qualifikation und Kompetenz beschäftigt.

Frauen und Teilzeit in Zahlen

Zwei Drittel der erwerbstätigen Mütter (66 Prozent) in Deutschland arbeiten in Teilzeit – aber nur 7 Prozent der erwerbstätigen Väter. Besonders hoch ist die Teilzeitquote bei Frauen mit jüngeren Kindern: 72,6 Prozent der Frauen mit Kindern unter 6 Jahren sind teilzeiterwerbstätig, aber nur 6,9 Prozent der Männer. Dagegen sind nur 27,4 Prozent dieser Frauen vollzeiterwerbstätig, aber 93,1 Prozent der Männer. (Quelle: Statistisches Bundesamt 2022, Eltern und Teilzeit)

Männerkarrieren entwickeln sich oft stetig und ununterbrochen nach oben. Viele Frauenkarrieren dagegen markieren Lücken und Rückschritte. Für die betroffenen Frauen bedeutet das: Einbußen bei der Karriere und bei der Alterssicherung.

Familien- und Sorgearbeit gerechter verteilen

Der Familienalltag ist schön, erfordert aber ein hohes Maß an Organisation und hält immer wieder neue Überraschungen für alle bereit. Stets an alles denken, keinen Termin verpassen – das kann mitunter sehr anstrengend sein. In vielen Fällen obliegt das „Sich-Kümmern“ (Care-Arbeit) vor allem den Müttern. Daher sind es zumeist sie, die unter der Verantwortung für die Organisation des Familienalltags leiden. In der Gesellschaft muss sich das Bewusstsein hin zu gleichberechtigten Rollenbilden sowohl für Männer als auch für Frauen weiter verändern: Auch Männer können und wollen einen größeren Anteil der Sorgearbeit (Care-Arbeit) übernehmen, zum Beispiel bei der Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen. Sorgearbeit ist ebenso wie das „Sich verantwortlich Fühlen“ (Mental Load) oft ungleich verteilt.

In der Küche: Eine Frau beugt sich genervt über den Abwasch. Im Hintergrund toben ihre Kinder.

Den Familienalltag organisieren, jeden Tag an alles denken: Die Verantwortung und den „Gedankenballast“, den vor allem Mütter tragen, nennt man heute auch „Mental Load“.

Kurz erklärt: Sorgearbeit oder Care-Arbeit leistet, wer sich um andere kümmert. Ob in der Kinderbetreuung, der Altenpflege oder der Hausarbeit, ob in der Familie, der Nachbarschaft oder im Freundeskreis: Bislang übernehmen Frauen den größten Teil der Care-Arbeit.


 

Sorgearbeit in Zahlen

Jeden Tag wenden Frauen 52,4 Prozent mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit als Männer auf. Diese Lücke, die bei der Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern klafft, nennt man „Gender-Care-Gap“. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat ermittelt: In drei von vier Paar-Haushalten leistet der Mann weniger als die Hälfte der Care-Arbeit. (Quelle: DIW 2022, Studie zur Aufteilung der Sorgearbeit)

Berufstätige Eltern brauchen eine belastbare Infrastruktur, auf der sie ihr gewähltes Lebensmodell aufbauen können. Entscheidende Stellschrauben sind hierbei unter anderem bedarfsgerechte und verlässliche Angebote zur Kindertagesbetreuung, Unterstützung bei der Pflege von Angehörigen sowie familienfreundliche Unternehmen. Kurzum: Wenn Eltern sich entscheiden, dass sie die Sorgearbeit aufteilen, sollten sie auch die entsprechenden Rahmenbedingungen vorfinden, die dies ermöglichen.

Was bedeutet „Mental Load“? Die Große braucht eine neue Zahnspange, der Kleine hat seine Turnschuhe vergessen, der Entkalker ist alle … Im Familienalltag türmt sich die Organisation des vielen Klein-Kleins zu einem gewaltigen Gedankenballast – oder englisch: Mental Load. Oft tragen die Frauen diese Belastung zu einem großen Teil.


 

Linktipps!

Top-Thema Kinderbetreuung: Infos & FAQs für Eltern

Ein bedarfsgerechter Ausbau von Kita-Plätzen und ein verlässliches Angebot bei der Kinderbetreuung sind wichtige Faktoren für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Unsere Website Familienland Bayern bietet Wissenswertes zum Top-Thema Kinderbetreuung und greift in den FAQs Elternfragen rund um die Kita auf.

Familienfreundlich! Tipps & Beratung für Betriebe

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Bayern weiter verbessern: Dieses Ziel verfolgt der Familienpakt Bayern. Partner sind die Bayerische Staatsregierung und die bayerische Wirtschaft. Auf der Website familienpakt.bayern.de finden Unternehmen unter anderem konkrete Tipps, gute Beispiele und Beratungsangebote. Zum Familienpakt Bayern

Gleichstellung in Bayern: die Infoseite

Von Gleichstellung bis Gender-Pay-Gap, von Rollenbilder bis Männerpolitik: Auf der Website des Bayerischen Familienministeriums finden Sie Infos und Links, unter anderem zu Orientierungs- und Fortbildungsangeboten. Zur Infoseite „Gleichstellung in Bayern

Modulare Lebensläufe: nicht nur Frauensache

Aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels können Unternehmen kaum noch auf die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft von Frauen verzichten. Trotzdem ist der Arbeitsmarkt nach wie vor vorwiegend auf Vollzeitbeschäftigte ausgerichtet. Die Arbeitswelt muss sich an die Belange von Müttern und Vätern anpassen. Insbesondere Eltern brauchen

  • flexible Arbeitszeitmodelle,
  • (wenn möglich) das Angebot, auch im Homeoffice zu arbeiten und
  • die Chance, modulare Lebensläufe zu verwirklichen.

Kurz erklärt: „modulare Lebensläufe“

Nach der Ausbildung oder dem Studium in den Job – und dann Vollzeit arbeiten bis zur Rente? Für Frauen oft kaum möglich, wenn sie Kinder haben oder sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern. Die Folge: Unterbrechungen im Job und damit geringere Verdienste und erhebliche Lücken in der Altersversorgung. Leichter wird’s, wenn in einer Partnerschaft beide die Sorge- und Erwerbsarbeit gerecht aufteilen und zum Beispiel abwechselnd die Wochenstundenzahl ans Familienleben anpassen (oder auch für Fort- und Weiterbildungen, um im Job weiterzukommen!). Damit modulare Lebensläufe gelingen, müssen auch Unternehmen mithelfen und zum Beispiel eine längere Elternzeit oder Teilzeitmodelle auch für Väter verwirklichen.

Beratung & Unterstützung für Frauen

Um modulare Lebensläufe besser zu begleiten und Unterbrechungen in der Erwerbsbiografie zu vermeiden, gibt es in Bayern Beratungs- und Unterstützungsangebote, zum Beispiel:

Projekte zur Verbesserung der Chancen von Frauen am Arbeitsmarkt

Berufs-, Karriere- und Lebenswege von Frauen verlaufen individuell, Unterbrechungsphasen sind lang oder kurz, zeitliche Einsatzmöglichkeiten festgelegt oder flexibel. Ein breit gefächertes Angebot zur Beratung und mit individuellen und passgenauen Maßnahmen unterstützt Frauen im Erwerbsleben und bei ihrer Rückkehr in den Beruf.

Die Orientierungsseminare NEUER START unterstützen Frauen (und auch Männer) in ihrer Berufs- und Lebensplanung nach einer Familienphase. Sie helfen ihnen dabei, sich neu zu orientieren, zu motivieren und die für sie richtigen Entscheidungen zu treffen. Berufsrückkehrerinnen können in den Seminaren ihr Bewusstsein für die eigenen Kompetenzen schärfen, ihre individuellen Stärken und ihre persönlichen Potenziale erschließen. Sie werden in den Seminaren individuell auf den beruflichen Wiedereinstieg vorbereitet und können neue Netzwerke knüpfen. Die drei Monate dauernden Seminare beinhalten ein Training in Selbst- und Zeitmanagement, Berufsorientierung und Bewerbungstraining. Sie vermitteln Arbeitstechniken und münden in ein Praktikum. Informationen für Teilnehmerinnen über aktuelle Seminarorte und weiterführende Informationen für Bildungsträger zur Antragstellung erhalten Sie bei der Regierung von Mittelfranken: Neuer Start – Regierung von Mittelfranken

Wenn die Entscheidung für die Berufsrückkehr bereits getroffen ist, können Frauen an Projekten zur Verbesserung der Chancen von Frauen am Arbeitsmarkt teilnehmen. Dabei werden Qualifikationen den veränderten Bedingungen der Arbeitswelt angepasst, Qualifikationsdefizite ausgeglichen, der berufliche Aufstieg unterstützt und neue Einsatzfelder erschlossen. Projektbausteine sind u. a. Profiling, Entwicklungs-Assessment, Qualifizierungsmodule und Praktika.

Aktuelle Projekte

An folgenden Projekten zur Verbesserung der Chancen von Frauen am Arbeitsmarkt können Sie aktuell teilnehmen:

Ich will mehr im Beruf – Wege zur Veränderung
Ab Januar 2023
START!Klar – Ausbildung sichert Zukunft
Frau und Beruf GmbH, München
Ansprechpartnerin: Frau Christine Nußhart
Tel.: (089) 72 019 913

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READI – Neustart für Frauen
vhs Weiden-Neustadt gGmbH
Ansprechpartnerin: Frau Tanja Fichtner

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FlexDig.MOVE – Flexibel Digital-Motivieren-Orientieren-Vermitteln-Entwickeln
Connect Neustadt GmbH&Co.KG
Ansprechpartnerin: Frau Anne Tränkner
Tel.: 09568 897 114

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Neue Horizonte – Berufliche Perspektiven für Frauen
bfz gGmbH Bamberg
Ansprechpartnerin: Sigrid Lohneis
Tel.: 0951 93 22 4-48

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FrauenPower@digital
bfz gGmbH Bamberg
Ansprechpartner: Thomas Müller
Tel.: 0951 93 22 4-48
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Women4Women – Job- und Integrationsoffice
bfz Augsburg gGmbH
Ansprechpartnerinen:  Frau Tanja Köhler
Tel.: 0821 40802 256

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Wege in den Beruf
INVIA Augsburg e. V.
Ansprechpartnerinnen: Frau Elvira Friebe, Frau Sigrid Pätzold
Tel.: 0821 44946257

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Orientierungsseminare „Neuer Start“: Förderung für Projektträger

Die Orientierungsseminare „Neuer Start“ soll Frauen unterstützen, stärken und begleiten, die sich beruflich neu orientieren möchten. Im Fokus: die Vorbereitung auf den Wiedereinstieg in den Beruf. Der Freistaat Bayern fördert Bildungsträger, die Orientierungsseminare anbieten. Hier finden Bildungsträger alle Informationen, Fristen und Formulare: „Neuer Start“, Förderung für Projektträger