Symbolfoto: Zwischen zwei Würfel mit dem Symbol für Frauen bzw. für Männer stellt einen weiteren Würfel mit einem „Gleich“-Zeichen.

Erwerbsleben: die Lohnlücke schließen! 

Frauen verdienen durchschnittlich noch immer weniger als Männer: in Bayern 22 Prozent. Und immerhin noch 6 Prozent, wenn sie gleich qualifiziert sind und auf der gleichen Position arbeiten wie ein Mann. Warum gibt es diese Lohnlücke (auch: Gender-Pay-Gap)? Und was können alle Akteurinnen und Akteure gemeinsam beitragen, um sie zu verringern?  

Frauen verdienen weniger: noch immer 

Frauen verdienen überall in Europa  deutlich weniger als Männer. Die unbereinigte Lohnlücke (Gender-Pay-Gap) liegt in Europa bei 14 Prozent (2019), in Deutschland bei 18 Prozent (2021) und in Bayern bei 22 Prozent (2021). Das Statistische Bundesamt ermittelte für 2021 (bezogen auf Vollzeit): Männer in Deutschland verdienten im Durchschnitt 23,20 Euro brutto pro Stunde, Frauen nur 19,12 Euro.  (Quelle: Statistisches Bundesamt 2022, Gender Pay Gap 2021

Kurz erklärt: Gender-Pay-Gap 

Gender-Pay-Gap (deutsch: Lohngefälle abhängig vom Geschlecht) oder unbereinigte Lohnlücke nennt man den Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Brutto-Stundenverdienst von Männern und Frauen. Die „Lücke“ wird als Prozentanteil vom durchschnittlichen Bruttostundenverdienst männlicher Beschäftigter angegeben.  

Auch bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit noch 6 Prozent weniger 

Die bereinigte Lohnlücke beträgt in Deutschland 6 Prozent (2018). Sie misst den Verdienstabstand von Männern und Frauen mit vergleichbarer Qualifikation, Tätigkeit und Erwerbsbiografie (= der berufliche Werdegang eines Menschen; darin werden auch Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit berücksichtigt, zum Beispiel durch Eltern- und Pflegezeit). Das bedeutet: Eine Frau, die genauso qualifiziert ist wie ein Mann, genauso lange erwerbstätig ist und eine vergleichbare Tätigkeit ausübt, verdient durchschnittlich 6 Prozent weniger. (Quelle: Statistisches Bundesamt 2022, Gender Pay Gap 2021

Was sind Ursachen für den Gender-Pay-Gap? 

  • Berufswahl: Frauen arbeiten häufiger in Branchen und Berufen, in denen schlechter bezahlt wird. 
  • Familienzeiten: Frauen unterbrechen öfter familienbedingt ihre Erwerbstätigkeit (Kinderziehung, Pflege von Angehörigen). Dadurch haben sie oft weniger Erwerbsjahre und eine kürzere Berufserfahrung als Männer. 
  • Teilzeit: Frauen arbeiten häufiger als Männer in Teilzeit und in Minijobs. 
  • Gläserne Decke: Frauen erreichen seltener eine Führungsposition. 

Lohnverhandlungen, ob kollektiv (= für alle z. B. in einer Branche) oder individuell (= zwischen einer Mitarbeiterin und ihrem Unternehmen) konnten die schlechtere Bewertung von typischen „Frauenberufen“ bislang nicht überwinden. 

Doch wie kommt die bereinigte Lohnlücke zustande? 

Warum verdienen auch Frauen mit gleicher Ausbildung und vergleichbarer Erwerbsbiografie weniger als Männer auf der gleichen Position? Die Faktoren für die bereinigte Lohnlücke sind nicht mit Sicherheit zu bestimmen, auch die zur Verfügung stehenden Daten spielen hier eine Rolle. Eine mögliche Ursache ist eine Diskriminierung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt.  

Die Lohnlücke schließen: Maßnahmen 

Entgelttransparenzgesetz 

2017 trat das Gesetz zur Förderung der Entgelttransparenz von Frauen und Männern (EntgTranspG) in Kraft. Es verbietet ausdrücklich Entgeltbenachteiligungen aufgrund des Geschlechts und schreibt das Entgeltgleichheitsgebot fest. Hier finden Sie Infos zum Entgelttransparenzgesetz für Beschäftigte und Betriebe

Equal Pay Day 

Die Entgeltungleichheit zu verringern und zu überwinden ist ein zentrales Anliegen der Frauenpolitik. Es kann nur gelingen, wenn an den verschiedenen Ursachen angemessen angesetzt wird. Für den Erfolg ist das Zusammenwirken aller Akteurinnen und Akteure notwendig: Politik, Tarifpartner, Arbeitgeber, Arbeitnehmerinnen und Verbände. Das Bayerische Sozialministerium beteiligt sich jedes Jahr mit Veranstaltungen am Equal Pay Day. Für den 28. Februar 2028 ist eine Online-Veranstaltung mit Live-Stream geplant. Infos und den Link zur Anmeldung finden Sie bald auf dieser Website. 

Kurz erklärt: Equal Pay Day 

Der Equal Pay Day macht auf die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern (Gender Pay Gap) aufmerksam. Er markiert den Tag, bis zu dem Frauen rein rechnerisch unbezahlt arbeiten. Da der Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern sich von Land zu Land unterscheidet, findet der Equal Pay Day weltweit an verschiedenen Tagen statt. Der nächste Equal Pay Day in Deutschland ist der 7. März 2023.   

Tipp! In unserem Beitrag über Frauen in Führungspositionen erfahren Sie, was weibliche Karrieren fördert. Klicken Sie gleich mal rein!